An diesem Zollhaus wurde der Brückenzoll für den Übergang über die „Alte Oder“ kassiert. Die Trockenlegung des Oderbruches begann in kleinen Schritten 1739, ab 1753 entsprach der Flussverlauf der Oder dem heutigen Verlauf. Dementsprechend muss man sich auch die Flussbreite der aktuellen Oder gedanklich an diesen Ort hier holen, damit der Brückenzoll „berechtigt“ war. Heute ist die damalige Bedeutung kaum noch nachvollziehbar. Das Gebäude befindet sich nördlich von Platkow an der K6409.
Das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt hat auf seiner Webseite einen Artikel zur Mosigkauer Heide, ganz unten im Text wird die Rolle der Torhäuser beschrieben. Verkürzt gesagt dienten die nachfolgend dargestellten Gebäude der Zugangskontrolle bzw. auch Wildkontrolle dieses Waldgebietes, zusammen mit den vorhandenen Forsthäusern und einem umlaufenden Zaun. Es wurde also kein Geld kassiert und es ging auch nicht um die Instandhaltung von Straßen. Dieser Blogbeitrag enthält alle vorhandenen Torhäuser, zwei sind bereits abgerissen worden. Die Informationsschilder wurden vom Verein „Zu Hause in Kochstedt e.V.“ vor Ort installiert.
Danke an Hendrik für die Kartenforschung, ohne die wäre das hier nur schwer möglich.
Torhaus Quellendorf
Torhaus Diesdorf
Torhaus Hoyersdorf
Torhaus Möst
Torhaus Kochstedt
Von diesem Gebäude gibt es nur noch ein Schild an einer Wiese, aber immerhin gibt es das Schild. Die Schilder sind Ergebnisse der Arbeitsgruppe Heide vom Heimatverein Kochstedt.
Torhaus Lichtenau
Auch bei Lichtenau gab es nur ein Schild mitten im Wald. Mir ist nicht ganz klar, aus welchem Grund einige Häuser 1945 zerstört wurden…
Tja, wie beschreibt man diesen Ort? Wenn man die B81 südlich von Hasselfelde im Harz nutzt, dann kommt man auf dem „Pass“ zur B4/Netzkater an diesem Gebäude vorbei. Lt. alten Karten war es ein Chausseehaus (1907). Verlinkung zum Ort auf Openstreetmap.org